Das Samsung S8 ist eines der elegantesten und besten Smartphones?

In den nächsten Tagen kommt das Galaxy S8, Samsungs neues Oberklasse-Smartphone. Die Konkurrenz ist groß: Googles Pixel ist vielleicht nicht das schönste Smartphone, aber eines der leistungsfähigsten. Huawei hat mit dem Mate M9 das vielleicht beste Phablet und mit dem P10 ein weiteres sehr gutes Gerät im Angebot. Das iPhone 7 Plus hat zwar keine Kopfhörerklinke mehr, aber dafür die derzeit beste Dual-Kamera. Kann das Galaxy S8 mithalten? 

 

 

Wer will schon Rahmen sehen... 

Fangen wir mit dem Design an, denn das Auge kauft bekanntlich mit. Während Apple für seine Entscheidung kritisiert wurde, das iPhone 7 im Vergleich zum Vorgänger optisch kaum zu verändern, hört man diese Kritik im Fall des S8 nicht. Dabei folgt auch hier der geschwungene Metallrahmen mit der verglasten Rückseite größtenteils dem Design des Vorgängers. Langweilig ist das S8 deshalb nicht – es ist eines der elegantesten und formschönsten Smartphones auf dem Markt. Schade nur, dass es die Farboptionen blau und gold zunächst nicht in Europa geben wird. Dafür gefällt mir das dezent ins Violett übergehende Orchid Gray überraschend gut 

Die Unterschiede zum S7 werden auf der Vorderseite deutlich. Hier blicken die Nutzer nämlich in das neue Infinity Display, wie es im PR-Sprech heißt. Samsung hat versucht, maximalen Bildschirm bei minimaler Rahmengröße zu verbauen. Das Ergebnis ist ein Display, das bis an die Längsseiten reicht und nur noch oben und unten einen kleinen schwarzen Rand hinterlässt. Es kommt somit auf eine Größe von 5,8 Zoll (das größere Plus-Modell hat 6,2 Zoll) in einem Rahmen, der kaum größer ist als der meines gut zwei Jahre alten Galaxy S6. Die Auflösung von 2.960 mal 1.440 Pixeln ist dabei aber deutlich höher. 

Das Display ist somit das Prunkstück des S8, nicht nur aufgrund seiner Größe. Auch die Helligkeit im Sonnenlicht ist deutlich besser als noch bei meinem S6. Videos, YouTube-Streams in HD und Fotos in Instagram – all das sieht noch einmal schärfer, bunter, schlicht besser aus. Ich möchte fast nicht mehr wegsehen. Und auch wenn andere Hersteller, darunter Xiaomi, mit quasi rahmenlosen Smartphones eher dran waren, dürfte der Trend dank Samsung weitere Hersteller inspirieren. Logisch, denn da Smartphones nicht mehr viel größer werden können, wenn sie noch in eine Hosentasche passen sollen, werden die Bildschirme künftig die Rahmen effizienter ausnutzen. 

 

Gesichtsscannen ist komfortabler als Fingerscannen

Einen Nachteil hat das Design: Das Infinity Display frisst seine Knöpfe. Hatten alle Modelle der S-Reihe einen mechanischen Knopf unter dem Display, fällt dieser im S8 weg. Beziehungsweise wird er durch einen Software-Button am unteren Bildschirmrand ersetzt. Deshalb zieht der Fingerabdrucksensor, der zuvor im Home-Button war, auf die Rückseite um. Er steckt im S8 jetzt direkt neben der ­– übrigens tatsächlich fast komplett ins Gehäuse eingeebneten – Kameralinse. 

In anderen Smartphones, etwa im Google Pixel, ist der Fingerabdrucksensor unter der Kamera platziert. So besteht weniger Gefahr, beim Entsperren die Linse zu verschmieren. Beim S8 hingegen kann das tatsächlich passieren. Die Kamera-Software erinnert die Nutzer wohl nicht zufällig gelegentlich daran, doch die Linse zu säubern, "um beste Ergebnisse" zu erzielen. Generell fand ich das unabsichtliche Verschmieren aber weniger problematisch als befürchtet. 

Der Fingerabdrucksensor ist direkt neben der Kameralinse. © Kim Hong-Ji/Reuters 

Ärgerlich ist die Position des Sensors aus einem anderen Grund: Um das Gerät zu entsperren, muss ich den Zeigefinger diagonal über die Rückseite führen. Doch liegt der Finger zu schräg auf, erkennt der ansonsten sehr zuverlässige und schnelle Sensor den Abdruck nicht. Teilweise benötige ich mehrere Versuche, um ihn richtig zu treffen; gelegentlich drehe ich das Gerät sogar um, um nachzugucken und den Finger richtig aufzulegen. Vielleicht ist es Übungssache, intuitiv ist es definitiv nicht. Und je kürzer die Finger, desto schwieriger wird es. Auch andere Tester bemängeln Samsungs Designentscheidung. 

Nun lässt sich auf den Fingerabdrucksensor natürlich auch verzichten. Samsung bietet neben klassischer Pin- und Mustereingabe zwei weitere biometrische Optionen, um das Gerät zu entsperren: Die Gesichts- und die Iriserkennung. Einmal gescannt, erkennt die Frontkamera das Gesicht des Nutzers, wenn dieser auf den virtuellen Home-Button oder den Einschaltknopf auf der Seite drückt – das Gerät wird sofort entsperrt. Das funktioniert erstaunlich gut, selbst wenn der Kopf leicht gedreht ist, die Nase näher dran ist am Display oder etwas weiter weg. 

Der Nachteil: Die Gesichtserkennung kann möglicherweise ganz einfach mit Fotos ausgetrickst werden. ZEIT ONLINE hat das in Tests mit ausgedruckten Bildern zwar nicht geschafft, die Kollegen von heise online mit Hilfe eines zweiten S8 aber schon. Abgesehen davon funktioniert die Gesichtserkennung schlecht im Dunkeln. Bei der Iriserkennung können zudem Brillen, Kontaktlinsen oder direktes Sonnenlicht stören. 

 

Samsung reicht ein kleines Kamera-Update 

Wem es gelingt, die Kameralinse nicht ständig mit seinen Fingerabdrücken zu verzieren, kann auf eine Weiterentwicklung der Kamera des Galaxy S7 zurückgreifen. Im Kern ist Samsung bei der gleichen Zwölf-Megapixel-Kamera mit einer f/1.7-Blende geblieben (die Frontkamera hat nun aber acht Megapixel). Das mag zunächst gewagt oder gar enttäuschend klingen, schließlich punktet die Reihe seit jeher mit ihrer guten Kamera. Aber tatsächlich bessert Samsung auch im S8 nach: Das Modell erhält nämlich einen neuen Sensor und eine neue Bildstabilisierung. Da die Kamera des Vorgängers zu den Besten der Klasse zählt, ist Samsung offensichtlich überzeugt, dass diese Änderungen ausreichen. 

Aussagekräftige Vergleichstests von Kameras sind ohne Laborbedingungen immer schwierig, weshalb ich an dieser Stelle nur Vergleichsbilder mit einigen der oben genannten Konkurrenten liefern kann. In diesem Vergleich kann das S8 nach meinem subjektiven Empfinden weiterhin mithalten, mindestens. Wie schon beim Vorgänger neigen die Samsung-Aufnahmen dazu, auch ohne HDR-Modus die Farben etwas zu kräftig wiederzugeben. Gerade im Vergleich zum iPhone 7, das häufig etwas blassere, aber dafür mitunter realitätstreuere Bilder liefert, ist das auffällig. Letztlich ist es Geschmackssache, und als langjähriger Samsung-Nutzer und Freund von Filtern kann ich mit der leichten Übersättigung gut leben. 

Im Porträtmodus (selektiver Fokus), liefert das S8 ähnliche Bilder wie das Google Pixel oder das Huawei P10. Das iPhone schneidet mit seinem Bokeh-Effekt etwas besser ab, was die Erkennung von Vorder- und Hintergrund angeht. Das ist nicht überraschend, schließlich verfügt das iPhone 7 Plus über zwei Linsen und kann deshalb die Tiefenschärfe beziehungsweise -unschärfe genauer berechnen. 

Weitere bekannte Modi sind Panorama, Hyperlapse, Zeitlupe sowie Food, der nichts anderes macht, als den Fokus auf die Bildmitte, also das Futter, zu richten. Samsung will damit die Foodblogger ebenso erreichen wie die Snapchat-Generation mit einer ganzen Reihe von animierten Selfie-Filtern. 

Der Profi-Modus erlaubt den Nutzern, Blende, Iso-Wert und Weißabgleich manuell einzustellen. Das Speichern unkomprimierter Bildern im Raw-Format ist ebenfalls möglich. Wer die Kamera schnell vom Sperrbildschirm aufrufen möchte, kann das, nach dem Wegfall des Home-Buttons, weiterhin per Doppelklick auf die Einschalttaste tun. 

Als Zwischenfazit bleibt: Die Kamera des Galaxy S8 dürfte ihres vergleichsweise kleinen Updates zum Trotz weiterhin zu den besten auf dem Markt gehören. 

 

Viel Leistung, viel Speicher – aber wo ist die Hybrid-Sim? 

 

 Ähnliches gilt für die restliche technische Ausstattung. Der neue, von Samsung entwickelte Exynos-8895-Prozessor schneidet in ersten Leistungstests exzellent ab, allerdings sollte man diese differenziert betrachten: Während er bei Anwendungen, die mehrere der acht Prozessorkerne nutzen, schneller ist als etwa das iPhone, ist er bei Anwendungen, die nur einen Kern nutzen (und das sind die meisten Standard-Apps), langsamer. Für die meisten Verbraucher inklusive mir dürfte das im Alltag aber keinen großen Unterschied machen. 

Wichtiger als die reine Rechenleistung ist mir etwa der Speicher. Hier hat Samsung unter anderem von Huawei gelernt und liefert das Galaxy S8 mit 64 Gigabyte aus. Abzüglich des Betriebssystems bleiben 50 Gigabyte frei. Zusätzlich kann der Speicher über eine SD-Karte auf bis zu 256 Gigabyte erweitert werden. Das ist erfreulich, ebenso wie der Schutz vor Wasser und Staub nach dem IP68-Standard. Ob das S8 tatsächlich ein Schaumbad überlebt, habe ich nicht getestet. 

Weniger erfreulich ist die Entscheidung, dem Galaxy S8 prinzipiell eine Hybrid-Sim-Option zu geben – und diese dann nicht überall anzubieten. So ist auf der US-Website die Rede davon, dass anstatt einer SD-Karte auch eine zweite Sim eingelegt werden kann. Auf der deutschen Website fehlt diese Information, und auch der Kartentray des Testgeräts unterstützt diese zweite Sim nicht. Wieso Samsung diese Option wie in der Vergangenheit nur in bestimmten Märkten anbietet, ist mir unerklärlich. Nachdem ich nämlich die Dual-Sim im Huawei Mate 9 zu schätzen gelernt habe, wäre sie auch ein starkes Kaufargument für das S8. 

 

Akku? Hauptsache Bass im Ohr 

Im S8 steckt wie im Vorgänger ein Akku mit einer Nennladung von 3.000 Milliamperestunden, was für ein Smartphone der Oberklasse im Jahr 2017 vergleichsweise wenig ist. Sowohl das Huawei P10 als auch das Pixel Plus besitzen größere Akkus, das iPhone 7 Plus kommt auf 2.900 Milliamperestunden. Wobei natürlich nur wichtig ist, wie das Gesamtsystem die Ladung ausnutzt. In meinem Test hielt das S8 jedenfalls locker anderthalb Tage bei durchschnittlicher Nutzung durch, was völlig okay ist – aber eben wenig aussagt. 

Aus Erfahrung weiß ich allerdings auch, dass Samsung-Akkus nach spätestens eineinhalb Jahren spürbar abbauen; mein S6 hält selbst bei geringer Nutzung keinen vollen Tag mehr durch. Deshalb könnte sich der Akku, wie bereits im Vorgänger, mittelfristig als Problem erweisen. Immerhin lädt er schnell: In etwas mehr als einer Stunde ging es von 25 auf 100 Prozent. 

Falls Sie sich an dieser Stelle fragen, ob es denn eine Kopfhörerbuchse gibt: Ja, die gibt es. Statt kabellosen Kopfhörern wie Apples AirPods liefert Samsung ganz klassisch verkabelte In-Ear-Hörer mit. Die wurden vom mittlerweile zum Konzern gehörenden Kopfhörerhersteller AKG entwickelt und können sich hören lassen: Sowohl Abschirmung als auch Klang und Bass sind stark, über die kleine Fernbedienung am Kabel lässt sich die Lautstärke einstellen. Ob ich von meinen langjährigen In-Ears wechseln würde, weiß ich nicht. Im Vergleich zu anderen Smartphones und ihren mitgelieferten Hörern schneidet Samsung mit dem S8 aber gut ab. 

Clevere Softwarefunktionen nur nach Anmeldung 

 

Das Betriebssystem war lange Zeit eine von Samsungs Schwachstellen. Zwar hat man sich an die hauseigene Android-Oberfläche TouchWiz (die seit der Anpassung auf Android 7.0 jetzt Samsung Experience heißt) gewöhnt, wirklich schön war sie nie. Wie viele Hersteller hat sich auch Samsung mittlerweile dem Standard-Android angenähert. Das wird im S8 in der aktuellen Version 7.0 ausgeliefert und enthält nur relativ wenige vorinstallierte Apps von Drittanbietern (darunter Microsoft Office und Facebook). Kein Dropbox mehr, kein Flipboard oder andere Apps, die Samsung seinen Verbrauchern über irgendwelche Kooperationen schmackhaft machen möchte. 

So weit, so gut. Die sogenannte Bloatware, also unerwünschte Software, steckt stattdessen in Samsungs eigenen Diensten. Nachdem das S8 schon bei der Einrichtung mehrere Datenschutz- und Nutzungsrichtlinien bestätigt haben möchte, benötigen viele der zentralen Softwarefunktionen sowohl weitere Rechte als auch ein Samsung-Konto. Zum Beispiel die Edge-Panels, die Samsung vor zwei Jahren einführte. Prinzipiell sind diese ziemlich hilfreich. Wer sie aktiviert, bekommt auf der rechten Bildschirmseite eine kleine Schaltfläche angezeigt, mit der sich das Edge-Panel öffnen lässt. Dort lassen sich verschiedene Seitenleisten konfigurieren: Zum Beispiel ein Schnellzugriff auf die wichtigsten WhatsApp-Kontakte oder Einstellungen, auf den Musikplayer, Infos der Lieblingssportvereine oder die neuesten Gifs von Giphy, die in der Redaktion von ZEIT ONLINE ein gefragtes Gut sind. Um zusätzliche Panels herunterzuladen oder zu kaufen, benötigen die Nutzer allerdings zunächst ein Samsung-Konto. 

Das gleiche gilt für die Funktion "Sicherer Ordner", in dem sich sowohl Dateien und Bilder als auch Apps ablegen lassen. Sie werden verschlüsselt gespeichert und lassen sich nur bei zusätzlicher Eingabe einer PIN oder eines Passworts öffnen. So ist es beispielsweise möglich, einen Krypto-Messenger wie Threema zusätzlich im gesicherten Bereich des Smartphones abzulegen, damit die Nachrichten auch dann vor Blicken geschützt sind, wenn das Smartphone in falsche Hände fällt (und irgendwie entsperrt wird). Wieso es einen Samsung-Account braucht, um lokal auf dem Smartphone Daten zu speichern, ist eine andere Frage.

 

Bixby muss erst deutsch lernen 

Schließlich wäre da noch Bixby, Samsungs virtueller Assistent. Der wurde während der Vorstellung als großes Feature angepriesen, versteckt sich in Deutschland aber noch. Platziert ist er zwar prominent auf dem Startbildschirm, doch wer ihn aktiviert (und ihm dabei natürlich ebenfalls Zugriff auf Kontakte, Kalender und Eingaben gewährt), bekommt in Deutschland derzeit nur wenig geboten. Bixby kann zum Beispiel auf Nachrichten, Wetterdaten, den Kalender und Fitness-Tracker zugreifen. Und wer es erlaubt, kann Bixby aus seinen Eingaben und Interaktionen lernen lassen. Der Assistent kann dann zum Beispiel Restaurantvorschläge zu einem Termin im Kalender machen. 

In der Kamera-App gibt es den Knopf für die Bixby Vision, mit der sich Produkte scannen, identifizieren und bei Amazon anzeigen lassen, was mal besser, mal schlechter (also gar nicht) funktioniert. Bixby Vision lässt sich auch auf Bilder in der Galerie anwenden, die bereits geschossen wurde. 

Auf den eigentlichen Clou, nämlich, dass Bixby per Sprachsteuerung beliebte Apps bis ins Detail steuern kann und sich damit von anderen Assistenten absetzt, müssen die Nutzer in Deutschland noch eine Weile warten. Bixby muss nämlich zunächst deutsch lernen und wird deshalb voraussichtlich erst Ende des Jahres in vollem Funktionsempfang erscheinen. Ein mutmaßliches Alleinstellungsmerkmal fehlt dem Galaxy S8 somit zum Verkaufsstart. 

Ich persönlich kann auf Bixby und seinen Datenhunger ohnehin gut verzichten. Aber was ist, um ein Fazit zu ziehen, mit dem Rest? Würde ich mir nach dem S1, dem S3 und dem S6 auch ein S8 holen? 

Die Antwort ist ein klares "Ja". Optisch finde ich das S8 erneut gelungen, die Rahmengröße des kleineren Modells ist perfekt. Der Bildschirm ist so gut, dass ich nach diesem Test nur ungern zurück auf das S6 wechseln möchte. Selbst an das (in den Einstellungen deaktivierbare) Always-On-Display könnte ich mich gewöhnen, ohne ständig denken zu müssen, ich hätte eine neue Benachrichtigung erhalten. 

Die Ausstattung ist exzellent bis hin zu den mitgelieferten AKG-Kopfhörern. Die Software enthält trotz Samsung-Konto-Pflicht einige durchaus nützliche Funktionen, wie die Seiten-Panels oder die einfache Möglichkeit, direkt aus der Kamera heraus animierte Gifs zu erstellen. Apropos Kamera: Die scheint nach dem ersten Test ebenfalls sehr gut zu sein, auch wenn andere Tester hier sicherlich in den kommenden Tagen und Wochen detailliertere Vergleiche liefern werden. 

Abzüge bei der Ergonomie – und dem Preis 

Minuspunkte gibt es für die Platzierung des Fingerabdrucksensors. Nicht nur, weil sich ein versehentliches Verschmieren der Kameralinse kaum ausschließen lässt. Sondern auch, weil seine Position schlicht nicht intuitiv ist, um ihn zuverlässig aktivieren zu können. Besser funktioniert die Gesichtserkennung, die sich aber unter Umständen austricksen lässt. Der Akku könnte leistungsfähiger sein, wobei man Samsung nach dem Debakel um das Note 7 diesbezüglich vielleicht nicht zu sehr unter Druck setzen sollte. 

Wirklich ärgerlich ist Samsungs Entscheidung, einzelne Märkte von bestimmten Funktionen und Optionen auszuschließen. Wieso es weder das blaue Modell noch das Modell mit Hybrid-Sim zum Verkaufsstart in Deutschland gibt, ist fraglich. Eine zweite Sim-Karte könnte das Gerät nicht nur für mich, sondern gerade für Geschäftskunden attraktiver machen. Möglicherweise will Samsung diese aber mit dem neuen Galaxy Note locken – falls die Südkoreaner später in diesem Jahr die Serie wiederbeleben. 

Trotz dieser Kritikpunkte ist das Galaxy S8 auch in der achten Generation Samsungs eierlegendes Wollmilchhandy. In einigen Aspekten übertrumpft es die Konkurrenz von Huawei, LG, Apple oder Google. In anderen schneidet es etwas schlechter ab. Im Gesamtpaket kann man mit dem S8 nicht viel falsch machen – ebenso wenig wie mit einem Google Pixel oder einem Huawei P10. Entscheidend für den Kauf oder Nichtkauf dürften letztlich persönliche Designvorlieben sein sowie der Kaufpreis von stolzen 799 Euro für das 5,8-Zoll-Modell und 899 Euro für das 6,2-Zoll-Gerät. Und vielleicht auch ein bisschen Markentreue.