Abschaffung der Roaming-Gebühren verschiebt sich

Die geplante Abschaffung der Roaming-Gebühren ist erstmal vom Tisch, zumindest soll ab Mitte 2016 eine Zwischenlösung die Geldbeutel der EU-Bürger etwas entlasten. Während die Kunden zu Hause dank Allnet-Flatrates sorgenfrei telefonieren, simsen und surfen können, schrecken viele immer noch vor dem Gebrauch von Smartphone oder Tablet im Ausland zurück.

Denn auch wenn die EU seit 2007 sukzessive die maximal zulässigen Gebühren für Telefonie gesenkt hat und auch SMS (seit 2009) und mobile Datennutzung (seit 2012) inzwischen gedeckelt sind – schon in einem einwöchigen Urlaub können bei normaler Nutzung des Mobiltelefons zusätzliche Gebühren im hohen zweistelligen Bereich auflaufen.


Seit 2014 zahlen Kunden im EU-Basistarif innerhalb der Europäischen Union pro Minute 19 Cent bei abgehenden und 5 Cent bei ankommenden Gesprächen, 6 Cent pro SMS und 20 Cent je übertragenes Megabyte; hinzu kommt jeweils noch die landesübliche Mehrwertsteuer. Nachdem die EU-Kommission im vergangenen Jahr schon für Dezember 2015 ein Ende der Roaming-Aufschläge bei der Nutzung von Mobilfunkleistungen im EU-Ausland in Aussicht gestellt hatte, ruderte man nun wieder zurück.

Die 28 Mitgliedsländer haben sich Anfang März da­rauf verständigt, die Abschaffung auf 2018 zu verschieben, bis dahin sollen mehrere „Zwischenschritte“ die Verbraucher weiter entlasten.

Diese sollen „die Nutzung des Mobiltelefons auf Reisen im EU-Ausland erheblich verbilligen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Demnach könnten Mobilfunknutzer ab 30. Juni 2016 „innerhalb eines bestimmten Rahmens, den es noch festzulegen gilt, Gespräche annehmen und Anrufe tätigen, SMS verschicken und Datendienste in Anspruch nehmen, ohne zusätzlich zu den Inlandsgebühren weitere Gebühren zahlen zu müssen.“ Bis dahin müssen sich die Kunden in Europa entweder in Zurückhaltung üben bei der Nutzung ihrer Endgeräte – oder auf Spezialtarife beziehungsweise zubuchbare Optionen der Anbieter zurückgreifen.

Erst nach diesen Inklusiveinheiten dürften die Netzbetreiber zusätzliche Gebühren berechnen, die dann aber unter den derzeit erlaubten Obergrenzen liegen müssten.

Für selbstgetätigte Anrufe, verschickte SMS und versurftes Datenvolumen dürfe die Roaming-Gebühr „keinesfalls die Obergrenze für das Großkundenentgelt übersteigen, das der Betreiber für die Nutzung der Netze in anderen Mitgliedstaaten entrichtet“.

Nach dieser ersten Maßnahme soll die Kommission dann bis Mitte 2018 bewerten, wie die Abschaffung der Roaming-Gebühren umgesetzt werden kann.

 

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